Skilager sollen günstiger werden

1. Februar 2018

SP-Politiker Stefan Marti will Druck auf den Stadtrat machen, was Elternbeiträge für Klassen- und Skilager angeht.

Es ist wieder Skiferienzeit. Halb Schaffhausen zieht es in die Berge. Darunter auch viele Schülerinnen und Schüler, denn fast jedes Schulhaus organisiert ein Skilager. Für Eltern, gerade für alleinerziehende Mütter und Väter, kann das ganz schön im Portemonnaie schmerzen. Dasselbe gilt für Schulverlegungen – deren Teilnahme im Gegensatz zu den Skilagern obligatorisch ist.

Das ist dem Schaffhauser Grossstadtrat Stefan Marti (SP) ein Dorn im Auge. In einer Kleinen Anfrage an den Stadtrat erkundigt er sich, wie viel Eltern durchschnittlich für Lager und Schulreisen bezahlen müssen. Marti verweist auf einen Entscheid des Bundesgerichts vom vergangenen Dezember, der besagt, dass «alle notwendigen und unmittelbar dem Unterrichtszweck der Grundschule dienenden Mittel unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden müssen». Darunter fallen gemäss Bundesgericht auch Exkursionen und Lager. Höchstens zulässig seien Elternbeiträge von 200 Franken für obligatorische Schulwochen und 300 Franken für freiwillige wie etwa ein Schneesportlager.

«Mit der Anfrage will ich zusätzlichen Druck machen, damit gehandelt wird», erklärt Marti. Die «az» erreicht ihn auf dem Sessellift; der Oberstufenlehrer befindet sich zurzeit selbst in einem Skilager. Beim Bachschulhaus, wo er unterrichtet, kostet die Teilnahme am Skilager 430 Franken. «Wir bieten damit eines der billigeren Lager in der Stadt», so Marti. Für normale Klassenlager muss man um die 250 Franken zahlen. Für weniger gut gestellte Eltern sei es zwar möglich, vergünstigte Teilnahmebeiträge zu bezahlen, sagt Marti, aber vielen sei dies zu peinlich, weshalb sie darauf verzichten.

Die Stadt Schaffhausen gab 2016 – laut den neusten verfügbaren Zahlen – rund 156’000 Franken für Schulverlegungen aus (58 an der Zahl). Das sind 30’000 Franken weniger, als der Stadtrat budgetiert hatte. Die Skilager der städtischen Schulen wurden mit 48’500 Franken unterstützt.

Mit der Deckelung der Elternbeiträge bei 200 respektive 300 Franken, wie es das Bundesgericht vorsieht, rechnet Stefan Marti mit zusätzlichen Kosten von «um die 50’000 Franken». (kb.)