Schläpfers letzter Kampf

27. Juni 2019, Brühlmann Kevin
© KEYSTONE-SDA / Ennio Leanza
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Der Weg von Ernst Schläpfer ist ein Weg des Kampfes. Ob als Schwinger oder SP-Politiker, als Rektor oder Götti: Hagel und Granaten waren immer Teil davon.

Als Ernst Schläpfer im Dezember 1955 auf die Welt kam, konnte man noch nicht wissen, dass er sie zweiteilen wird. Und je mehr Jahresringe er ansetzte, so der Eindruck, desto weiter drifteten die Lager auseinander.

Für die eine Seite gilt er als «Ein Mann, ein Wort»-Archetyp. Als hilfsbereiter Mensch, der geradlinig seine Meinung vertritt, sich nicht verbiegen lässt. Die andere Seite hält ihn für einen Egoisten, der sich öfter im Ton vergreift. Sie empfindet sein Verhalten als «widerlich». Einer Frau kann er schon mal sagen, sie habe «e grossi Schnorre und en fette Arsch».

Mit 63, eineinhalb Jahre vor seiner Pension, hatten sich die Lager so weit voneinander entfernt, dass Ernst Schläpfer in die Schlucht hineinfiel, die sich dazwischen aufgetan hatte. Ende Mai 2019 stellte ihn der Schaffhauser Regierungsrat per sofort als Rektor der Berufsschule BBZ frei. Er habe gegenüber seinem Vorgesetzten, Erziehungsdirektor Christian Amsler, «Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die nicht akzeptiert werden können und eine weitere Zusammenarbeit verunmöglichen». Die Kündigung ficht Schläpfer vor Gericht an.

Ursprung war ein Lehrer, der einem Schüler wegen Spickens die Note 1 erteilte. Schläpfer intervenierte. Er verschickte eine E-Mail mit der Wendung «beleidigte Leberwurst» und wollte den Lehrer entlassen. Er beschwerte sich, die Regierung schaltete sich ein, es gab Untersuchungen, und zuletzt war Schläpfer seinen Job los, den er seit 1993 innehat.

Wie konnte es aus einer vermeintlichen Lappalie zur Eskalation kommen?

Hagel und Granaten: Ernst Schläpfer im Jahr 2000. © Bruno + Eric Bührer
Hagel und Granaten: Ernst Schläpfer im Jahr 2000. © Bruno + Eric Bührer

Am Telefon fragen wir Ernst Schläpfer, ob er Zeit für ein Treffen habe; wir würden über ihn schreiben. Über das Leben und was dazugehört – in seinem Fall eine Menge Hagel und Granaten.

«Das können wir machen», sagt Schläpfer entspannt. Unter der Bedingung, dass er und sein Anwalt den ganzen Text vor Veröffentlichung lesen und anpassen dürfen. Das habe er bei einem Interview mit den Schaffhauser Nachrichten auch machen können.

Wir erklären, dass das nicht gehe: Zitate könne er überprüfen, einen Werbetext würden wir nicht schreiben, uns aber bemühen, fair zu berichten.

«Ich habe mir mein Leben lang Mühe gegeben, hat auch nichts gebracht», sagt er. «Dann verzichte ich lieber.» Der Prozess laufe gut, er wolle sich das nicht verspielen.

Man wünscht sich einen schönen Abend und verabschiedet sich.

Der Schwingerkönig

Ernst Schläpfer wuchs mit vier Geschwistern auf einem Bauernhof in Wolfhalden auf, einem verzettelten Dorf am Nordrand des Ausserrhodischen. Bei den Schläpfers galt: Schwingen, Schaffen und sagen, was Sache ist.

«Wir mussten viel schaffen», sagt Eugen Schläpfer. Er ist Ernsts zweieinhalb Jahre jüngerer Bruder, ein Appenzeller mit imposanter Statur und Bürstenschnitt, der wie sein Bruder mit Vorliebe karierte Kurzarmhemden trägt. «Wir sagten uns aber: Zersch schtudiere, bevor me schafft. Ernst war etwas anders, er hat noch ein wenig mehr studiert. Hat lieber ein Buch gelesen. Ich war früher besser im Schwingen als er, weil ich mehr gearbeitet habe.»

Vor bald dreissig Jahren hat Eugen Schläpfer den elterlichen Hof übernommen und mittlerweile selbst wieder «dem Junior» übergeben. Ernst hingegen begann ein Agronomie-Studium an der ETH in Zürich. Mit 19 lehnte er Angebote von Handball-Nationalligaklubs ab und widmete sich ganz dem Schwingen. Zweimal, 1980 und 1983, wurde er Schwingerkönig, den dritten Triumph 1986 verpasste er im Final.

1981: Schläpfer als Schwingerkönig im Wohnzimmer. © Eric Bührer
1981: Schläpfer als Schwingerkönig im Wohnzimmer. © Eric Bührer

Die Illustrierten drängten in sein Wohnzimmer – ein Student als Schwingerkönig! Auf den Fotos erkannte man einen bärenhaften Mann mit Bart, 115 Kilogramm auf nur 1,82 Meter verteilt. Seine Unterarme hätte man für Oberschenkel halten können. Beim Karriereende 1987 hiess es, der Schläpfer Ernst sei vielleicht der böseste Böse, den es je gegeben habe. Auch finanziell lohnte sich das Schwingen. Es war sein Einkommen während des Studiums, das er 1988 mit dem Doktortitel abschloss.

«Ernst war sehr schnell im Kopf», sagt Bruder Eugen Schläpfer. «Als Erster hat er andere Trainingsmethoden angewendet, hat Krafttraining gemacht, Kondition und so weiter. Vorher war das Schwingen einfach ein Breitensport.»

Schläpfer stellte seinen Göttibub als raffgierigen Abzocker hin.

Ernst Schläpfer gab sein Wissen als Trainer weiter, an seinen Göttibub Jörg Abderhalden, Sohn seiner Schwester. Dreimal wurde Abderhalden Schwingerkönig, als erster Schwinger wusste er sich kommerziell zu inszenieren und engagierte eine Marketingfirma. Das führte zu Krach zwischen ihm und seinem Götti.

Als Ernst Schläpfer 2008 zum Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbands gewählt wurde, zum höchsten Schwinger des Landes, wollte er eine Steuer einführen: Schwinger sollten einen gewissen Prozentsatz ihrer Einnahmen dem Verband abtreten. Abderhalden weigerte sich. Der Verband beschloss, gegen Schläpfers Willen, eine Sonderregelung für Abderhalden, worauf Schläpfer sein Amt per sofort niederlegte. In einem wütenden Brief, den auch Zeitungen erhielten, stellte er seinen Göttibub als raffgierigen Abzocker hin. Das Familiendrama war ein gefundenes Fressen für den Boulevard. Und es nahm eigentümliche Wendungen: Zunächst wollte Schläpfer vom Rücktritt zurücktreten. Bei einer regionalen Vorauswahl im Januar 2012 scheiterte er allerdings grandios. Er unterlag mit 1:316 Stimmen, worauf er doch wieder verzichtete.

Wir rufen bei Jörg Abderhalden im Toggenburg an, seine Frau nimmt ab. Ihr Mann sei noch am Arbeiten, sagt sie, worum es gehe? Als wir den Namen Ernst Schläpfer erwähnen, dringen Eisklumpen durch den Hörer. «Dazu gibt es kein Interview», sagt sie.

Ein paar Dutzend Kilometer weiter, im Appenzeller Vorderland, führt Eugen Schläpfer in den Kopf seines Bruders: «Ernst war noch nie diplomatisch, sonst wäre er nie so weit gekommen. Geradeaus, direkt – so hat man es uns zuhause gelehrt.»

Der «rüpelhafte Rektor»

Schläpfer als BBZ-Rektor. © Peter Pfister
Schläpfer als BBZ-Rektor. © Peter Pfister

1989 zog Ernst Schläpfer nach Neuhausen. Dort übernahm er die Landwirtschaftsschule Charlottenfels. 1993 wurde er Rektor des Berufsbildungszentrums BBZ. Offenbar kam es schon bald zu Reibereien.
Im März 1995 reichte der ökoliberale Kantonsrat Max Baumann einen Vorstoss ein. Darin warf er Schläpfer – so der Vorstoss – rüpelhaftes Benehmen, inkompetente Gesprächsführung, ungebührliche Einmischung ins Privatleben und selbstherrliche Entscheide vor. Um die Lehrkräfte zu disziplinieren, drohe der Rektor mit Pensenkürzung oder Entlassung.

Es stellte sich heraus, dass die Aufsichtskommission der Schule darüber Bescheid wusste. Eine repräsentative Umfrage unter 51 Lehrerinnen und Lehrern hatte kurz zuvor ergeben, dass nur vier Schläpfers Führungsstil für zeitgemäss, 20 teilweise für zeitgemäss und 22 für unzeitgemäss hielten.
Eine externe Untersuchung wurde angeordnet. Ihr Resultat konnte die Hauptvorwürfe nicht entkräften. Die Aufsichtskommission der Schule und der Regierungsrat stellten sich jedoch hinter Schläpfer. Man wisse zwar, dass «teilweise ein Unbehagen» ihm gegenüber bestehe, doch habe er eine «positive Schulentwicklung eingeleitet».

«Als ich die Berufsschule übernahm, war sie führungslos.»

Ernst Schläpfer

Hans-Jürg Fehr war damals Chefredaktor der AZ und SP-Kantonsrat (heute ist er Verwaltungsratspräsident der AZ Verlags AG). Er erinnert sich, dass ihn Ernst Schläpfer nach Veröffentlichung des Berichts spätabends angerufen und zu überreden versucht habe, nicht darüber zu schreiben. «Er sagte mir: ‹Gell, du weisst schon, was zu tun ist als Genosse.›» Er habe ihm dann erklärt, dass Journalismus nicht so funktioniere und man darüber berichten werde. «Während einigen Jahren hat er dann die Strassenseite gewechselt, wenn er mich kreuzte», sagt Hans-Jürg Fehr.

Ein paar Jahre später sollte Ernst Schläpfer in einem Interview sagen: «Ich habe damals aus dem hohlen Bauch heraus gehandelt und direkt durchgegriffen, denn als ich die Berufsschule übernahm, war sie, gelinde gesagt, führungslos. Korrekturen waren unvermeidbar, Lehrpersonen mussten entlassen werden, andere sind von selber gegangen. Obwohl ich nach wie vor hinter meinem damaligen Vorgehen stehe, hüte ich mich heute vor spontanen Aktionen.»

Die Kritik an Schläpfers Führungsstil wurde in der Folge leiser, riss aber nicht ab. Um das Jahr 2000 herum kam es wegen einer Entlassung zu einem Prozess, den der Kanton verlor. Und auf dem Tisch der Regierung stapelten sich die Beschwerden. Schläpfers Parteikollegin Ursula Hafner-Wipf, die für die SP zwischen 2005 und 2016 Regierungsrätin war, erinnert sich: «In regelmässigen Abständen von zwei Jahren beschwerten sich Leute – Lehrerinnen und Lehrer sowie Externe – bei uns. Der Ablauf war immer gleich: Man führte Schlichtungsgespräche, und irgendwie renkte man sich wieder ein.»

«Ernst wollte sein Fürstentum erweitern», sagt René Schmidt. Er war lange Rektor der Kaufmännischen Schule HKV. «In E-Mails meinte er immer mal wieder, dass er die HKV ins BBZ integrieren wolle. Diesen Andeutungen musste das Erziehungsdepartement jeweils einen Riegel schieben. Sein Verhalten empfand man bei uns als Machtaktion.»

Stierkampf mit der SP

In den Neunzigern gründete Eugen Schläpfer, der jüngere Bruder, eine Sektion der SVP in Wolfhalden. Noch heute ist er ihr Präsident und zudem Entsorgungsreferent im Gemeinderat. Schon Vater Schläpfer war fünfzehn Jahre lang Gemeindepräsident für die SVP. Den jungen Ernst aber zog es zur Sozialdemokratischen Partei. «Döt brucht’s au rechti Lüüt», soll der Vater seinerzeit gesagt haben.

«Ernst hatte das Gefühl, in der SP mehr bewegen zu können», meint Eugen Schläpfer. «Allerdings hat er die SP-Geschichte wohl etwas unterschätzt. Er hätte eine gute Karriere bei landwirtschaftlichen Organisationen machen können, doch mit der Partei hat er sich einiges verbaut.»

Im Jahr 2000 nahm Ernst Schläpfer für die SP Einsitz in den Schaffhauser Kantonsrat, 2004 trat er wieder zurück. Und zwischen 2002 und 2008 sass er im Neuhauser Einwohnerrat. Doch Ernst Schläpfer und die SP, das war keine harmonische Angelegenheit, eher ein Stierkampf.

2004 wollte er Regierungsrat werden. An der Parteiversammlung der SP trat er gegen vier weitere Kandidierende an, nur eine Person sollte nominiert werden. Schon in der ersten Runde flog Schläpfer aus dem Rennen (Ursula Hafner-Wipf wurde nominiert). Kurzerhand kandidierte er ohne Segen der Partei.

Die SP schäumte. «Es gab mehrmals Anträge, ihn rauszuwerfen», erinnert sich Martina Munz, seinerzeit Parteipräsidentin, heute Nationalrätin. «Allerdings war die Befürchtung gross, er würde daraus massiv Kapital schlagen, weshalb wir es bleiben liessen.»

Bei den Wahlen floppte Schläpfer. Selbst der zweitschlechteste Kandidat, der wegen 100 fehlenden Stimmen abgewählte Herbert Bühl von der ÖBS, holte fast doppelt so viele Stimmen. Im rotgrünen Lager hielt sich die Meinung, dass Schläpfers Alleingang schuld an Bühls Abwahl sei.

Um 2009 trat Schläpfer aus der SP aus. In einem späteren Interview erklärte er sich: «Eine Partei vernebelt das Denken. … Man getraut sich nicht, auch jemanden aus der eigenen Partei zu kritisieren. Ausserdem gibt es Vordenker, die das Gefühl haben, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben und allen den Tarif durchgeben müssen. … Ich habe auch festgestellt, dass die Sozis diesbezüglich nicht besser sind als andere Parteien.»

Nach jahrelanger Politabstinenz versuchte Schläpfer 2016 gleich zwei Comebacks. Nummer eins: Die Appenzeller Zeitung brachte seinen Namen für den Ausserrhoder Regierungsrat ins Spiel. Und Schläpfer, obschon seit 27 Jahren in Neuhausen wohnhaft und mittlerweile 61-jährig, wurde hellhörig. Er würde kandidieren, sagte er der Zeitung. Daraufhin die Frage: Verfolgen Sie das politische Geschehen in Ausserrhoden? Schläpfer: «Nicht gross.» Manche Diskussionen bekomme er zwar mit, «aber eine fundierte Meinung dazu habe ich nicht».

Als wir auf der Redaktion der Appenzeller Zeitung nachfragen, wie man auf Schläpfer gekommen sei, hat auch der Chefredaktor keine Erklärung («Ich habe echt keine Ahnung»). Nach einigem Stochern erinnert sich ein altgedienter Redaktor. «Das war eine Schnapsidee meiner Kollegen», schreibt er uns. Keine Partei, vor allem auch die SP nicht, habe das aufgenommen.

Den zweiten Comebackversuch startete Schläpfer in Neuhausen. Er wollte als Parteiloser für den Einwohnerrat kandidieren – auf der SP-Liste. An der Nominationsversammlung gingen die Wogen hoch. Ursula Hafner-Wipf und ihr Mann August wollten ihn von der Liste streichen, unterlagen aber mit einer Stimme Unterschied. Es half ihm letztlich nicht: Bei den Wahlen scheiterte Schläpfer. Seine Politkarriere war beendet.

Die letzte Eskalation

Seine berufliche Karriere war am 26. April 2019 besiegelt. Um 13:50 Uhr schickte Ernst Schläpfer eine E-Mail an Erziehungsdirektor Christian Amsler: «Lieber Christian, darf ich dich höflich darauf aufmerksam machen, dass die Schaffhauser Rechtsordnung auch für einen Regierungsrat gilt.» In der E-Mail, die der AZ vorliegt, verteidigte Schläpfer zwei Kündigungen. Der Tenor war: Christian, beim Personal hast du mir nichts vorzuschreiben.

Nach dieser E-Mail muss es Amsler endgültig den Deckel gelupft haben. Ein Monat darauf wurde Schläpfer per sofort freigestellt.

Belege für eine gewisse Unzufriedenheit in der BBZ-Belegschaft gab es auch in jüngerer Vergangenheit. Die AZ erhielt, gestützt auf das Öffentlichkeitsprinzip, eine Angestellten-Umfrage vom Januar 2016. Erhoben von internen Auditoren, zeichnet sie ein differenziertes Bild. Grundsätzlich erhielt Ernst Schläpfer eine passable Bewertung. 78 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer nahmen an der Umfrage teil. Beim Rektor orteten sie klare Mängel in Sachen Transparenz, sachbezogener Konfliktlösung und Kritikfähigkeit. Die «Gesamt-Arbeitszufriedenheit» wurde mit der Note 5 von 6 bewertet. «Etwas erschreckend», stellten die Auditoren fest, sei die schlechte Förderung von «Einsatzbereitschaft und Motivation» durch die Schulleitung. Und bei den «Nicht-Lehrpersonen» gebe es «Zeichen, dass in Teilen der Belegschaft eine Art Angstkultur besteht».

«Ich verstehe nicht, wie es so eskalieren konnte», sagt Pius Zehnder, «es geht mir nicht in den Grind.» Der Bauunternehmer und Lehrmeister kennt Ernst Schläpfer seit 22 Jahren. 2004 war er Teil des Wahlkampfteams für Schläpfers Regierungsratskandidatur. Und zwölf Jahre lang sass er in der Aufsichtskommission des BBZ. «Es ist eine menschliche Tragödie!», sagt Zehnder. «Schläpfer ist geradlinig, zuvorkommend, liebenswert. Ja, er ist liebenswert! Er hat die Schule wie ein Patron geführt, sie ist eine top Schule. Mir tut es auch für den Chrigel Amsler leid, ich kenne ihn von der Feuerwehr. Aber ein Chef muss ein hässiges E-Mail aushalten, jedem verjagt’s mal den Kragen.»

Im Appenzeller Vorderland nimmt man den Rummel um Ernst Schläpfer gelassen. «Ehrlich gesagt», meint Eugen Schläpfer, «ist meinem Bruder das fast scheissegal. Er hat ja noch einige Monate seinen Lohn.»